25 February 2026
Die Deutsche Filmakademie positioniert sich für die Autonomie kultureller Institutionen und gegen politische Einflussnahme

Redefreiheit und Kunstfreiheit sind nicht nur tragende Säulen jeder demokratischen Gesellschaft, sondern auch der Raum, den wir Filmschaffende brauchen, um unsere Kunst zu gestalten. Wir sind erschrocken über die Verletzung dieses Raumes und den Versuch der politischen Einflussnahme in Bezug auf die Leitung eines der bekanntesten und bedeutendsten Filmfestivals der Welt.

Die Berlinale galt schon immer und zu Recht, als das politischste der A-Festivals. Das Festival und ihre Leitung haben Filme eingeladen – Werke internationaler Filmschaffender – und diese für sich sprechen lassen. Und sie haben auch die Filmschaffenden selbst sprechen lassen. Genau das ist der Kern eines unabhängigen Filmfestivals: künstlerische Ausdrucksformen zu präsentieren, Debatten zu ermöglichen und unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Ein internationales Festival wie die Berlinale ist kein politisches Gremium. Es ist ein Ort der Kunst, des Austauschs und der Vielstimmigkeit. Das politische Problem des Israel-Palästina-Konflikts ist, neben vielen anderen Themen, Gegenstand künstlerischen und filmischen Schaffens. Die Kunst muss Räume schaffen – auch für kontroverse, schmerzhafte und widersprüchliche Stimmen.

Kunstfreiheit bedeutet nicht Zustimmung zu einzelnen Positionen, sondern die Verteidigung des Rechts, sie zu äußern. Eine politische Einflussnahme auf die inhaltliche Gestaltung eines Filmfestivals würde fundamentale Prinzipien gefährden, für die die Berlinale seit Jahrzehnten steht. Es geht um weit mehr als nur eine Personalentscheidung. Dieser Versuch der Einmischung ist ein gefährliches Signal, das weit über das Festival hinausreicht.

Die Deutsche Filmakademie steht für den Schutz der Kunstfreiheit und die Autonomie kultureller Institutionen. Wir appellieren daher an die politisch Verantwortlichen, die Unabhängigkeit der Berlinale zu garantieren und zu respektieren und die Debatte mit Augenmaß zu führen. Kultur darf nicht zum Spielball politischer Auseinandersetzungen werden.

Präsidentin Vicky Krieps, Präsident Florian Gallenberger

Vorstandsvorsitzender Martin Heisler, Geschäftsführerin Anne Leppin,

Der Vorstand der Deutschen Filmakademie

im Namen der Deutschen Filmakademie

Unterzeichner:innen:

David Bernet

Ilker Çatak

Jonas Dassler

Fabian Gasmia

Martin Hagemann

Julia von Heinz

Irene Höfer

Janine Jackowski

Daniel Kehlmann

Volker Schlöndoff

Margarethe von Trotta

Tobias Walker

Wim Wenders

David Wnendt

Maryam Zaree

AG DOK – Berufsverband Dokumentarfilm

AG Filmfestival – Verband der Filmfestivals in Deutschland

Bundesverband Regie e.V. (BVR)

Deutscher Drehbuchverband (DDV)

HDF KINO

PROG Producers of Germany

1,664
signatures
1,449 verifiziert
  1. Johannes Schubert
  2. anonymous, AG Kurzfilm
  3. Susanne Binninger, Berlin
  4. Joachim Kurz, Publisher, Editor in chief, Kino-Zeit - Kurz & Spiegel GbR, Mannheim
  5. Martina Zöllner, Dramaturgin, Autorin, frei, Themis-Vertrauensstelle, Berlin
  6. Marie-Lou Sellem, 14059, Berlin
  7. Roshanak Khodabakhsh, Produzentin
  8. Morgane Remter, Film-/Medienschaffende, AG DOK, München
  9. Andrew Bird, Hamburg
  10. Ludwig Sporrer, AG Filmfestival
  11. Mariam Shatberashvili
  12. Constantin Lieb, Autor, Berlin
  13. Hansjörg Weißbrich, Filmeditor, Berlin
  14. Fatih Akin, Regisseurin, Hamburg
  15. Fred Burle, Producer, One Two Films, Berlin
  16. Letícia MIlano, Vorstand, VeDRA - DRamaturgieverband
  17. Victoria Mayer, Schauspielerin
  18. Lars Hubrich, Drehbuchautor, Köln
  19. Dr Skadi Loist, Filmwissenschaftler*in, NTNU, Trondheim/Hamburg
  20. Maria Mohr, Berlin
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1,409 more
verified signatures
  1. Lars Elliger, Kameraperson, Kamera Student Babelsberg, Berlin
  2. Thorsten Trimpop, Filmemacher, Boulder
  3. Anna-Sophia Richard, Filmemacherin, Berlin
  4. Christina M Schollerer, Berlin
  5. Lorna Hoefler Steffen, Filmeditorin, Berlin
  6. Kanwal Sethi, Regisseur, Leipzig
  7. Mouataz Alshaltouh, Schauspieler, Ernst Busch, Berlin
  8. Barbara Ott
  9. Sebastian Husak, Director, Munich
  10. buket gündogan, Studentin für Theater-/Medienwissenschaft & Pädagogik, Nürnberg
  11. Felix Bartke, Regisseur, Köln
  12. Benjamin Cantu, Regisseur, Berlin
  13. anonymous, Schauspieler, Deutsche Filmakademie, Berlin
  14. Luca Lucchesi, Regisseur, Berlin
  15. Julia Lemke, Regisseurin
  16. Tom Weber, Sound Design, Stuttgart
  17. Max Zähle, Hamburg
  18. Fritjof Hohagen, Produzent, enigma film GmbH, München
  19. Moritz Adlon, Regisseur, München
  20. Toks Tokunboh Körner, Berlin
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